Meetings in Karlsruhe und Rehlingen

Martin Grau schafft EM Norm im ersten Rennen – Niklas Buchholz erstmals unter neun Minuten

Was für ein Wettkampfwochenende für die Läufer des LSC Höchstadt. In einem bis auf den letzten Meter spannenden Rennen über 3000m Hindernis unterbot Martin Grau in Rehlingen die Norm von 9:34,00 min. für die Europameisterschaften Anfang August in Berlin. Niklas Buchholz unterbot in Karlsruhe mit 8:57,76 min. das erste mal die neun Minuten Marke.

Sichtlich nervös wirkte Martin Grau vor seinem ersten Rennen der neuen Saison. Die vergangenen Trainingsmonate verliefen fast perfekt, die Ausdauerwerte waren so gut wie nie, aber die Hindernisse haben immer ihre eigenen Gesetze und auch der Biengartner braucht meist zwei bis drei Rennen, um wieder den richtigen Rhythmus zu finden. Das Feld beim Internationalen Pfingstsportmeeting in Rehlingen war perfekt aufgestellt, hauptsächlich afrikanische Läufer sollten für eine Siegeszeit von ca. 8:26 min. sorgen, Martins Aufgabe bestand darin so lange wie möglich diesem Feld zu folgen. Auf dem ersten Kilometer lag er voll im Soll, doch die Hindernisüberquerung machte ihm noch technische Probleme, oft musste er nach jedem Balken wieder ans Feld heranlaufen. Kilometer 2 wurde in ca. 2:52 absolviert, jetzt musste noch ein Abschlusskilometer knapp über 2:50 folgen, damit das Ziel EM Norm realistisch bleibt. Zum letzten Wassergraben konnte er schwächer werdende Läufer einsammeln, doch die Sekunden verronnen auf der Zielgeraden. Im Ziel war lange nicht klar, ob es gereicht hatte, endlose fünf Minuten dauerte es, bis die Zeit von 8:33,88 min. endlich auf der Anzeigentafel stand. Sein anschließender Jubelschrei war durch das ganze Stadion zu hören. „Ich wollte genauso rennen, etwa 2:50 Minuten für den ersten Kilometer. Hinten raus war es aber schon hart“, verriet er. „In Dessau werden wir dann mit allen anderen Deutschen probieren, nochmal schneller zu sein.“

Einen Tag zuvor starteten sieben Top Team Läufer bei der Langen Laufnacht in Karlsruhe, mit über 600 Läufern das größte Bahnläufer Event in Deutschland. Den Beginn machten die Mittelstreckler. Martin Weinländer bleib über 800m in 1:57,09 min. knapp über seiner Zeit von Regensburg. Florian Lang versuchte sich an 1500m. Zu beginn etwas defensiv, kam er nach 4:01,17 min mit persönlicher Bestzeit ins Ziel, hätte aber sicher erstmals unter 4 min. bleiben können. Niklas Bühner begann ebenfalls über 1500m auch etwas zu verhalten. 3:56,59 min. sind noch nicht sein eigentliches Leistungsvermögen. Gleich vier Höchstadter starteten über 3000m Hindernisse. Jeder hatte für sich seine eigenen Ziele. Theo Schell lief nach seinem Abistress das erste Mal über die Distanz. Ziel war die Norm für die U23 DM von 9:35 min. Auf dem letzten Kilometer musste er aber die Härte dieser Strecke fühlen, mit 9:49,00 min. musst er erstmal Lehrgeld zahlen, wird es aber in zwei Wochen wieder versuchen.

Bernhard Weinländer absolvierte genau drei Jahre kein Hindernisrenne mehr, auch er war wie sein Trainer Markus Mönius gespannt, was zu Saisonbeginn möglich war. Auf den ersten zwei Kilometer sah es sehr gut aus, aber dann erwischte ihn auch die Härte dieser Strecke. In 9:33,39 min. belegte er Platz 8 und wird sicher in den nächsten Rennen deutlich schneller laufen. Nach den Trainingseindrücken liebäugelte Trainer Mönius bei Brian Weisheit mit der Norm für die DM in Nürnberg, die bei 9:08 min liegt. Doch der ehemalige Augsburger braucht immer ein paar Rennen, bis er seinen Rhythmus gefunden hat. Auch ihm kostete der letzte Kilometer zu viel Zeit, aber mit 9:23,98 min. lag er knapp über seiner Bestzeit aus 2017 und hofft im nächsten Rennen auf eine deutliche Steigerung. Größte Hoffnung auf einen der vorderen Plätze machte sich Niklas Buchholz. In seinem ersten Männerjahr folgte er problemlos den Tempomachern bis 2000m und übernahm dann selbst die Führung. Unangefochten und nicht mit letztem Einsatz kam er erstmals unter 9 min in 8:57,76 min. als Sieger ins Ziel. Aktuell ist er damit schnellster in Europa in seinem Jahrgang. Er wird sich jetzt voll und ganz auf die im Juli anstehenden deutschen Meisterschaften der U23 und Männer vorbereiten.

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