Wettkämpfe in Jena und Florida

Schmerzhaftes Hindernis Comeback von Martin Grau – Zwillingsbruder Bastian beendet erste US Saison auf Platz acht über 1500m bei den Nationals

Schon eine gewisse Aufregung lag in der Luft bei dem Hindernis Comeback von Martin Grau nach knapp einem Jahr Abstinenz auf seiner Paradestrecke. Im letzten Jahr musste er im Juni die Saison wegen Formschwäche frühzeitig abbrechen. In Jena war alles gerichtet für ein gutes erstes Rennen über die harte 3000m Strecke. Fast die komplette deutsche Spitze konnte Bundestrainer Enrico Aßmus nach Jena locken und im Vorfeld wurde auch eine Taktik unter den stärksten Läufern für eine gute Endzeit abgesprochen. So sollte der langjährige Weggefährte Tim Stegemann (Erfurt) auf den ersten 1000m die Pace machen, dann der Biengartner übernehmen. Hohe Temperaturen, starker Gegenwind auf der Gegengeraden und Pollenflug schienen zuerst nicht das große Problem darzustellen, machten das Rennen aber insgesamt nicht einfacher.

Der Erfurter machte seinen Job gut und übergab Martin Grau nach ca. 2:49 min. die Führung. Dieser machte weiter Druck, viel aber plötzlich durch mangelhafte Hindernistechnik auf, häufig lief er den Balken mit kurzen Drippelschritten an und auch der Wassergraben sah nicht flüssig aus. Nach 2km lag das Führungsduo – der Rest es Feldes lag bereits einige Meter zurück – knapp zwei Sekunden über Fahrplan und Martin schien immer müder zu werden. 600m vor dem Ziel übernahm Stegemann wieder die Führung und konnte sich ca. 10 Meter absetzen. Im Anlauf an den letzten Wassergraben zeigte aber auch er deutliche Ermüdungserscheinungen, traf den Balken nicht richtig und stürzte kopfüber. Dies motivierte den deutschen Meister von 2015, der alles aus sich herausholte und Stegemann auf der Zielgeraden überlaufen konnte. In einem spannenden Finish siegte Grau mit 8:39,26 zu 8:39,95 min. Damit ist der LSC Athlet zurück auf der Hindernisbühne und aktuell die Nr. 1 in Deutschland.

Die Ernüchterung kam aber kurz nach dem Einlauf. Bei ca. 1400m schoss ihm nach der Überquerung eines Hindernises ein starker Schmerz in die rechte Wade, das erklärt auch die schlechte Ausführung im weiteren Verlauf des Rennes. Trotz sofort eingeleiteter erster medizinischer Versorgung war nicht klar, ob es sich nur um eine Verhärtung oder eine schlimmere Verletzung handelt. Aktuell geht es der Wade von Tag zu Tag besser, es ist aber noch nicht endgültig klar, ob ein Start am Pfingstmontag in Rehlingen möglich ist. Dort wird das Ticket für den Europacup Ende Juni in Frankreich vergeben. Brian Weisheit absolvierte seinen ersten 3000m Hindernislauf. Bis 2000m lag er auf Kurs, dann musste er wie viele andere die Härte dieser Strecke kennen lernen, bei 9:45,24 min. stoppte die Uhr, da ist noch viel Luft nach oben.

Fast gleichzeitig absolvierte Zwillingsbruder Bastian Grau sein Saisonfinale in den USA. Die Nationals in Florida standen auf dem Programm. Für diese Meisterschaften qualifizieren sich nur die besten 20 jeder Disziplin der Division II aus dem ganzen Land. Bastian hatte durch seine zwei starken Auftritte in Kalifornien sich über 1500 und 5000m qualifiziert. Bereits nach dem Vorlauf über 1500m war zu sehen, dass die Saison schon sehr lange für den Studenten der Southern Indiana University war. Als 4ter seines Vorlaufs qualifizierte er sich direkt für das Finale. In diesem hielt er sich lange am Ende des Feldes auf, übernahm wie bei seinem Meilensieg in der Halle ca. 600m vor dem Ziel die Führung, wurde aber ca. 300m davor von dem Feld wieder eingefangen und am Ende bis auf Platz 8 durchgereicht. Nur gut zwei Stunden später stand noch das 5000m Finale auf dem Plan. Lange am Feldende kämpfte er sich auf Platz 15 vor und beendete seine erste US Saison versöhnlich mit sechs neuen Bestleistungen, drei Landesmeisterschaftsteilnahmen und einen Titel. Jetzt wird er sich erstmal zu Hause ausruhen, ob er in der deutschen Saison nochmal in Erscheinung tritt ist mehr als fraglich.

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